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Naturland-Anbauberater Ewald Pieringer stellte beim Öko-Feldtag Neuigkeiten aus dem Pflanzenbau vor.

21. Ökofeldtag bei Heindl: Ohne Kleegras geht nichts

Kirchdorf/St. Wolfgang – Was gibt es Neues im ökologischen Landbau und wie lässt sich Kleegras optimal einsetzen? Diese Fragen wurden beim Ökofeldtag auf dem Betrieb von Josef Heindl in Kirchdorf beantwortet. Beim inzwischen 21. Ökofeldtag standen neue Öko-Weizensorten, Dinkelsorten, Saatmaissorten sowie elf verschiedene über- und mehrjährige Kleegrasmischungen auf dem Programm.

Leichtes Nieselwetter schreckte die rund 200 Landwirte und Landwirtinnen nicht ab. In zwei Führungsterminen – einer am Nachmittag, einer abends – ging es in mehreren Gruppen rund um den Betrieb Heindl. Der Ökofeldtag wurde traditionell von der RWG Erdinger Land zusammen mit dem Naturland-Verband organisiert. Auch einige Öko-Partner waren mit Info-Ständen wieder vor Ort.

„Im Ökolandbau ist Kleegras mit das Wichtigste in der Fruchtfolge“, erklärte Landwirt Josef Heindl, der auch Spartenleiter Öko-Landbau der RWG in St. Wolfgang ist. Es liefere nicht nur gutes Futter, sondern helfe auch gegen Unkraut sowie Erosion. Praktisch findet er auch die Kombination der neuen Weizensorten mit Kleegrasuntersaat. Nach der Weizenernte sei dann das Kleegras schon da und der Boden liege nicht brach. „Es ist eine Stütze im Ökolandbau“, betonte Ewald Pieringer, der seit über 30 Jahren Anbauberater bei Naturland ist.

Los ging die Führung bei den Maisfeldern. „Mais ist einfach eine starke Kultur“, machte Pieringer deutlich. Zwar sei Mais lange Tabu im Ökolandbau gewesen, habe sich inzwischen aber etabliert. Es gebe viele Erfahrungswerte, auch wenn nicht alle positiv seien. Vor allem beim Thema „Krähenfraß“ fehlten derzeit noch durchschlagende Lösungen. Meist müssten mehrere Register gezogen werden, etwa mit Ablenkungsfütterung, Abschreckung etwa durch Ballone oder Drachen, oder Unruhe-Stiftung auf dem Feld. Das A und O für gesunden Mais sei die Aussaat, wie Pieringer betonte. Die Saat gehöre in warmen Boden und brauche gerade am Anfang ein möglichst langes Zeitfenster mit milden Temperaturen. „Später anbauen ist besser, egal, was der Nachbar macht“, so der Pflanzenbauer.

Neben dem Öko-Hafer mit Beisaat Leindotter für mehr Vielfalt wurden neue Öko-Weizensorten präsentiert. Anbauberater Pieringer erklärte, dass Weizen in den vergangenen Jahren im Gegensatz zum Dinkel im Anbau kaum zugenommen habe. Er bezeichnete den Weizen zudem als „Alleskönner in der Verwertung“, der neben Brotgetreide und als Futter auch für Kosmetika als Grundträger Alkohol eingesetzt werde. Die Sorte „Aurelius“ wurde mit der Biostimulanz Utrisha N behandelt – ein Bakterium, das Stickstoff binden soll. „Das muss man ausprobieren, um herauszufinden, was es bringt“, so Pieringer. Wichtig sei es, eine 0-Parzelle einzuplanen, damit man einen Vergleich des Wuchses ohne Biostimulanz habe.

Das Fazit von Anbauberater Pieringer: „Der Biofeldtag ist eine gute Möglichkeit, neue Sorten kennenzulernen und sie mit bekannten Sorten unter ähnlichen Bedingungen zu vergleichen.“ Das helfe den Landwirten, sich zu orientieren und die Sorten zu finden, die für den eigenen Betrieb passen.

 

Text und Foto: Katharina Heinz